Was ist der RSI (Relative-Stärke-Index)?
Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist ein Momentum-Indikator, der auf einer Skala von 0 bis 100 misst, wie schnell und wie weit sich der Kurs einer Aktie zuletzt bewegt hat. Üblicherweise wird er über 14 Tage berechnet. Werte über 70 gelten oft als überkauft und unter 30 als überverkauft, was andeutet, dass eine jüngste Bewegung überdehnt sein könnte.
Der RSI ist eher ein Gradmesser für Timing und Stimmung als für das zugrunde liegende Geschäft. Er steigt, wenn die jüngsten Gewinne die Verluste überwiegen, und fällt, wenn Verluste dominieren, und erfasst so, ob zuletzt die Käufer oder die Verkäufer das Sagen hatten. Technische Händler beobachten ihn auf Anzeichen, dass eine schnelle Bewegung zu weit gelaufen ist und pausieren oder drehen könnte.
Die Begriffe überkauft und überverkauft sind keine Anweisungen. Eine starke Aktie kann in einer kräftigen Aufwärtsphase wochenlang überkauft bleiben, eine schwache überverkauft. Der RSI ist am nützlichsten als ein Hinweis unter vielen, gelesen neben Trend, Bewertung und den Fundamentaldaten des Unternehmens, nicht für sich allein.
| RSI-Wert | Übliche Bezeichnung |
|---|---|
| Unter 30 | Überverkaufte Zone; der jüngste Rückgang könnte überdehnt sein. |
| 30 bis 70 | Neutraler Bereich; kein starkes Momentum-Extrem. |
| Über 70 | Überkaufte Zone; der jüngste Anstieg könnte überdehnt sein. |
Häufige Fragen
Bedeutet ein hoher RSI, dass eine Aktie fällt?
Für sich genommen nicht. Ein Wert über 70 zeigt starkes jüngstes Momentum, und eine Aktie kann in einem starken Aufwärtstrend lange dort bleiben. Der RSI meldet, dass eine Bewegung schnell war, nicht dass eine Umkehr ansteht, daher kombiniert man ihn am besten mit anderen Hinweisen.
Welchen Zeitraum verwendet der RSI?
Die gängigste Einstellung sind 14 Perioden, 14 Tage in einem Tageschart. Kürzere Einstellungen reagieren schneller, geben aber mehr Fehlsignale; längere sind glatter, aber träger. Die 14-Tage-Variante ist der Standard, den die meisten Chart-Programme voreingestellt anzeigen.